TBB-AKTUELL Wenn der Regen ausbleibt: Herausforderungen beim Silomais 2026
- Ramon Krummenacher

- 3. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Aug.
Langanhaltend hohe Temperaturen sind in diesen Monaten nicht nur für unsere Milchkühe eine enorme Belastung. In Kombination mit den fehlenden Niederschlägen spitzt sich die Situation auch im Acker- und Futterbau dramatisch zu. In vielen Regionen der Schweiz sieht man derzeit vertrocknende Maisbestände. Die Noternte hat teilweise bereits begonnen.
Warum der Kolben über den Ertrag & Qualität entscheidet:
Der Silomais ist der wichtigste Stärkelieferant in Schweizer Milchviehrationen. Die Pflanze lagert diese wertvolle Stärke fast ausschliesslich im Kolben ein. Bleibt der Regen aus, hat das radikale Folgen für das Futter:
Fehlende Stärke: Ohne Wasser bildet der Mais keine oder nur unvollständig ausgebildete Kolben. Im Kolben wird die Stärke eingelagert.
Massiver Ertragsverlust: Der Kolben macht etwa die Hälfte (40-60 %) des gesamten Trockenmasseertrages aus.
Minderwertige Qualität: Ohne Kolben sinkt der Energiegehalt des Silomais drastisch.
Umgang mit vertrockneten Maisbeständen:
Wenn die Bestände irreparabel vertrocknen, müssen Betriebsleiter schnell und strategisch handeln:
Erntezeitpunkt anpassen: Der TS-Gehalt der Ganzpflanze ist zu prüfen. Liegt dieser mit oder ohne angesetzten Kolben bei 34-38%, soll der Maisbestand geerntet werden. Du bist unsicher, welchen TS-Gehalt dein Bestand hat, dann melde dich hier.
Häcksellänge reduzieren: Trockene Pflanzen müssen kürzer gehäckselt werden, damit sie sich im Silo gut verdichten lassen.
Siliermittel einsetzen: Bei nicht voll ausgebildeten Pflanzen oder nach Hagelschäden schützt der Einsatz von Siliermitteln vor Fehlgärungen und Nacherwärmung. Auch in gesunden Maisbeständen ist der Einsatz eines Siliermittels zu prüfen.
Bereits jetzt an die Ration denken:
Der fehlende Ertrag und tiefere Inhaltsstoffe fordern erhebliche Anpassungen an der Ration. Dies, um keine grösseren Leistungsverluste oder eine Verschlechterung der Tiergesundheit zu provozieren:
Menge abschätzen: Wie kann die fehlende Trockenmasse kompensiert werden? Um den Stärkegehalt der Ration aufzubessern, eignen sich hauptsächlich Kraftfuttermittel. Alternativ sind bei Verfügbarkeit auch Kartoffeln in Betracht zu ziehen. Mit Zuckerrübenschnitzel lassen sich Grundfuttermittel ebenfalls optimal ergänzen. Hier muss die Stärke jedoch ebenfalls zusätzlich ergänzt werden.
Futterkosten beachten: Kaufe ich Futtermittel zu, reduziere ich die Energiedichte oder verkleinere ich meinen Tierbestand? Hierzu haben wir bereits im TBB-TIPP vom Februar unser Wissen geteilt (TBB-TIPP 02/26 Richtiger Umgang mit tiefen Milchpreisen)
Empfehlungen für die Zukunft:
Für die kommenden Jahre lohnt es sich, die gewählte Anbaustrategie zu analysieren und gegebenenfalls anzupassen:
Saatzeitpunkt splitten: Mit einer Aufsplittung des Saatzeitpunkts lässt sich das Risiko des Wettereinflusses senken. Dies gilt sowohl in besonders trockenen aber auch in besonders regenreichen Jahren. Auch dieses Jahr kann beobachtet werden, dass Maisbestände, welche früh gesät und zu beginn der Trockenheit weiter entwickelt waren, zur Ernte besser da stehen.
Sortenwahl: Auch hier ist eine Aufsplittung des Reifezeitpunkts zu prüfen. Abzustimmen ist dies auch auf die Folgekultur. Die Aufsplittung bietet in diesem Jahr den Vorteil, dass frühreife Sorten die Entwicklung vor der Trockenphase bereits weiter voranschreiten konnten und so ertragsstabiler wurden.
Saatverfahren: Bei Anbauverfahren mit reduzierter Bodenbearbeitung lässt sich Wasser sparen und der kapillare Aufstieg aus dem Unterboden erhalten.
Futterreserven: Die Maissilage lässt sich bei guter Konservierung auch länger als 12 Monate lagern. Es lohnt sich, in guten Jahren mehr einzulagern um in Jahren mit tieferen Erträgen vorzubeugen. Der Futterwechsel auf die neue Maissilage nicht direkt nach der Ernte vorzunehmen, bringt zusätzliche Vorteile in der Verdaulichkeit vom Silomais.





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