TBB-AKTUELL Durchfallerkrankung bei Rindern - Update
- Christoph Weber

- 4. Aug.
- 1 Min. Lesezeit
Gerne informieren wir euch kurz über die aktuelle Situation rund um die derzeit auftretende Erkrankung bei Rindern sowie über die neuesten Erkenntnisse zur möglichen Ursache:
Ein grösserer Teil der betroffenen Betriebe in der Westschweiz und im Mittelland erholt sich zunehmend von der Erkrankung. Momentan sind vermehrt Ausbrüche in der Ostschweiz zu beobachten.
Aktuell gab es einen entscheidenden Durchbruch bei der Ursachenforschung: Deutsche und französische Behörden identifizierten ein neues Virus, das mit dem Schmallenberg-Virus verwandt ist. Das Virus wird ebenfalls über Stechmücken übertragen. Zusammen mit dem starken Hitzestress der vergangenen Monate könnte es die flächendeckende und seuchenartige Ausbreitung der Erkrankung erklären. Eine definitive Bestätigung steht momentan jedoch noch aus.
Risiko für den Fötus: Ein kritischer Punkt ist die mögliche Übertragung auf das ungeborene Kalb während der Trächtigkeit. Vom Schmallenberg-Virus wissen wir, dass es – abhängig vom Trächtigkeitsstadium – zu Aborten, Totgeburten und schweren Fehlbildungen führen kann. Erfahrungen zeigen dies verstärkt bei Schafen und etwas weniger bei Rindern. Da dieser Übertragungsweg beim neuen Virus theoretisch ebenfalls denkbar ist, gilt hier besondere Wachsamkeit.
Welche Massnahmen für betroffene Betriebe nach wie vor gelten:
Bei Fieber mit entzündungshemmenden Medikamenten arbeiten.
Bei starkem Durchfall den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgleichen.
Pansenstimulanzien bei reduzierter Pansenaktivität einsetzen.
Lüftung und Wasserversorgung sicherstellen. Möglichst keine zusätzlichen Futterumstellungen vornehmen.
Insektenschutz: Da Gnitzen die Überträger des Virus sind, helfen der Einsatz von Repellentien (Insektenschutzmitteln) und der Verzicht auf Weidegang während der Hauptflugzeit der Mücken in der Dämmerung. Ein kompletter Mückenschutz ist jedoch praktisch kaum umsetzbar.
Grundsätzlich muss die Infektion durchgeseucht werden. In den meisten betroffenen Betrieben machen innerhalb von 1–3 Wochen fast sämtliche Kühe die Infektion durch.





Kommentare