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TBB-TIPP 07/26 Fütterungscontrolling im Hochsommer - Was du jetzt beachten musst

Die aktuelle Sommerhitze macht die Milchviehfütterung noch anspruchsvoller als sonst. Die Kühe müssen zusätzlich zum fressen animiert werden, es drohen Nacherwärmungen bei der Ration und die Futterhygiene wird noch wichtiger. Schon kleine Fehler können wie ein Tropfen Öl im Feuer wirken. Schlimmstenfalls führen die Auswirkungen zu einer geringeren Trockenmasseaufnahme, sinkender Leistung, schlechterer Pansenfunktion und zu vermehrt auftretenden Krankheiten wie beispielsweise Mastitiden. Der Tipp zeigt auf, welche zentralen Punkte in der Rationsgestaltung, im Fütterungscontrolling und bei der Lagerung der Mischung entscheidend sind , um erfolgreich durch die Hitzeperiode zu kommen.


Kurzrepetition Fütterungscontrolling:

Diese Punkte prüfst du wöchentlich in weniger als 30 Minuten:


  • Fressverhalten der Kühe: Wie lange und intensiv fressen die Kühe? Kann ein wühlen oder selektieren beobachtet werden?

  • TS-Verzehr: Wie viel Trockenmasse nehmen die Kühe wirklich auf? Stimmen die TS-Gehalte der einzelnen Komponenten noch mit der Rationsberechnung überein?

  • Mischwagen-Hygiene: Wird der Mischwagen regelmässig gereinigt? Gibt es Ablagerungen an der Schnecke oder am Behälterrand?

  • Kotprobe: Zeigt sie, ob die Ration gut verdaulich ist? Ungenügend verdauliche Futterstoffe landen im Kot.

  • Schüttelbox: Werden die Zielwerte eingehalten? Unterscheiden sich Krippenreste von der frisch vorgelegten Ration?

  • Futterkosten: Wie hoch liegen die Futterkosten pro Kg Milch, wie verhält sich der IOFC nach der letzten Rationsanpassung?


TS-Gehalt der Ration:

Im Sommer wird der TS-Gehalt der Ration besonders wichtig und muss genauer überwacht werden. Ein zentrales Ziel ist ein TS-Gehalt von 38–40% in der TMR am Futtertisch. Durch die Sonneneinstrahlung und die Ventilation im Stall kann sich der TS-Gehalt der Ration über den Tag stark abtrocknen. Ein durchdachtes Lüftungskonzept sowie ausreichend Schatten wird hier zur Bedingung.


Nacherwärumung verhindern:

Ein zu starkes Anfeuchten der Ration mit Wasser kann die Nacherwärmung beschleunigen. Darauf ist besonders bei der Rationsgestaltung zu achten. Eine instabile Ration führt direkt zu weniger Verzehr und Pansenproblemen. Daher muss die Ration bei Bedarf mit Kaliumsorbat oder Säureprodukten stabilisiert werden.



Kontrollhaufen:

Der TS-Verzehr beginnt bereits vor der ersten Nacherwärmung zu sinken. Die Krippenreste sollten daher nach dem wegputzen noch mindestens 12, besser 24 Stunden kalt und schmackhaft bleiben.


Ein einfacher, aber sehr effektiver Test: Lege jeden Tag einen Kontrollhaufen auf die Seite und überwache, wann die Nacherwärmung spürbar wird.


Kontrollhaufen für das Fütterungscontrolling im Hochsommer
Kontrollhaufen zur Überprüfung der Ration

Weitere wichtige Punkte

Neben dem Fütterungscontrolling und der Stabilisierung der Mischung gibt es noch weitere Punkte, die in der Sommer-Rationsgestaltung entscheidend sind:


  • Wasserversorgung priorisieren: Ohne genügend Wasser nimmt der Verzehr schnell ab und die Pansenfunktion wird beeinträchtigt.

  • Hohe Verdaulichkeit gewährleisten: Faseranteil minimieren, besonders schwer verdauliche Futterstoffe reduzieren. Energiedichte maximieren.

  • Pansen-PH stabilisieren: Ein Pansenpuffer kann bei geringer Fasermenge den pH stabilisieren. Er ersetzt jedoch nicht die Futtermittelstruktur.

  • Kein Rohproteinüberschuss: Ein Überschuss führt zu grosser Stoffwechselwärme für die N-Ausscheidung, das belastet die Kühe zusätzlich.

  • Bypass-Stärke und Bypass-Protein nutzen: Hohe Anteilen von bypass Stärke und Protein reduzieren die thermische Energie.

  • Mineralstoffe und Vitamine sicherstellen: Der Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen steigt je nach Hitzebelastung (THI)

  • Stallklima und Lüftung nicht vergessen: Ein gutes Stallklima und eine funktionierende Lüftung sind unumgänglich.


Gerne unterstützen wir dich mit unserer unabhängigen Fütterungsberatung bei der praktischen Umsetzung des Fütterungscontrollings auf deinem Betrieb. Melde dich hier für weitere Informationen.

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