Ein Tag mit Beat – Unterwegs in der Bestandesbetreuung (4/5)
Während meines Praktikums bei TBB-Rind durfte ich einige Tage mit Beat Berchtold, Bestandestierarzt und Inhaber von tbb, mitgehen. Das war für mich ein spannender Einblick in die Bestandesbetreuung und den Arbeitsalltag eines Tierarztes in der Milchviehhaltung.
Wir waren in unterschiedlichen Regionen unterwegs: in der Region Chur, im Berner Seeland und in der Innerschweiz. Jeder Betrieb war anders aufgebaut, hatte seine eigenen Herausforderungen und zeigte mir, wie vielseitig die Bestandesbetreuung ist.
Bei den Besuchen haben wir verschiedene Aufgaben durchgeführt. Wir haben Trächtigkeitsuntersuchungen gemacht, Nassmessungen beim Melkroboter vorgenommen und allgemeine Bestandesbesuche durchgeführt, die alle zwei Wochen auf den Betrieben stattfinden. Ich durfte während den Besuchen verschiedene Aufgaben machen, zum Beispiel Kot auswaschen für Kotproben oder eine Futtermittelprobe nehmen. Die Futtermittelproben habe ich anschliessend mit dem NutriOpt Analysegerät direkt am Betrieb ausgewertet. Die Analysen kann Beat in das Rationsberechnungsprogramm importieren und so die Ration genaustens abstimmen.
Manchmal hat mir Beat vor dem Betriebsbesuch eine Aufgabe gegeben, die ich dann während dem Besuch beim Landwirt gelöst habe. Es waren meistens Aufgaben wie Beobachtung des Fressverhaltens der Kühe und dann eine Schlussfolgerung erstellen, oder Beobachtung vom allgemeinen Zustand der Milchviehherde und so weiter. Nach den Besuchen konnten wir anschliessend im Auto über Sachen diskutieren und ich konnte neues dazulernen. Beat erklärte mir seine Sicht auf verschiedene Situationen in der Milchviehhaltung und gab mir viele praktische Beispiele aus seinem Berufsalltag.

Beat arbeitet sehr genau und nimmt sich Zeit für jeden Betrieb. Er beobachtet nicht nur die Tiere, sondern hört auch dem Landwirt gut zu. Für mich war beeindruckend, wie er Daten und Praxis kombiniert – er prüft die Daten, schaut dann die Tiere im Stall und findet so die beste Lösung. Besonders wichtig für mich war, wie man Fressverhalten richtig beobachtet und Konsequenzen zieht, wie man den allgemeinen Zustand der Herde beurteilt und warum regelmässige Besuche alle zwei Wochen so wichtig sind.
Für mich wurde deutlich: Bestandesbetreuung sind nicht nur einzelne Kontrollen. Es ist eine laufende Begleitung, die den Betrieben hilft, frühzeitig Probleme zu erkennen und Entwicklungen besser einzuordnen.
Die Tage mit Beat haben mir gezeigt, wie wichtig Fachwissen, Erfahrung und ein guter Draht zu den Betrieben in der Bestandesbetreuung sind. Ich habe die Tage als sehr lehrreich erlebt und einen wertvollen Einblick in die tägliche Arbeit eines Bestandestierarztes erhalten.





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