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TBB-TIPP 05/25 Dokumentieren während dem Silieren.

Der erste Grünlandschnitt steht an, direkt gefolgt von der Maisaussaat – es ist eine der arbeitsintensivsten Zeiten in vielen Milchviehbetrieben. Wenn jede Minute zählt, scheint Schreibarbeit oft zweitrangig. Doch gerade jetzt entscheidet sich, wie stabil deine Fütterung im kommenden Jahr läuft. Eine korrekte Dokumentation ist kein bürokratischer Ballast, sondern dein wichtigstes Hilfsmittel für konstante Milchleistungen.


Die Herausforderung: Wachsende Betriebe, steigende Heterogenität:

Mit der Grösse der Betriebe wachsen auch die bewirtschafteten Flächen. Das führt automatisch zu einer grösseren Heterogenität im Futter. Je nach Konservierungsform wirkt sich das unterschiedlich aus:

  • Fahrsilo: Hier ist die Welt meist noch in Ordnung. Durch die Schichtung werden verschiedene Grasbestände gut vermischt, was eine relativ konstante Qualität sichert.

  • Hochsilo: Durch die Kelgelbildung beim Einfüllen findet eine gewisse Vermischung statt, diese ist aber bedeutend schlechter als im Fahrsilo.

  • Ballensilage: Hier findet gar keine Vermischung statt. Die Parzellen werden nacheinander verfüttert, was ohne Plan zu massiven Schwankungen in der Ration führt.


Die Dokumentation ist der einzige Weg, den Überblick zu behalten.


Den Ursachen auf der Spur: Agieren statt Reagieren

Stell dir vor, die Milchleistung sinkt plötzlich um 0,5 kg pro Kuh und der Mist der Tiere wird fester. Ohne Aufzeichnungen beginnt nun die aufwendige und teure Ursachenforschung.

Hast du jedoch sauber dokumentiert, erkennst du den Grund sofort: Du hast gerade von einer Kunstwiese in schattiger Lage auf eine Naturwiese gewechselt. Dein Protokoll verrät dir: Weniger Klee bedeutet sinkender Rohproteingehalt, der weiter entwickelte Bestand der Naturwiese sorgt für mehr Rohfaser. Da du diesen Wechsel dank deiner Unterlagen kommen siehst, kannst du die Ration proaktiv anpassen, bevor die Leistung einbricht. Eine lückenlose Dokumentation hat nebst der Grassilage auch bei anderen Grasprodukten eine grosse Wichtigkeit, denn Grasprodukte sind die "Wackelprofis" jeder Futterration. Die Schwankungen bei Maisprodukten und Kraftfuttermittel ist bedeutend kleiner und besser kalkulierbar.


Strategische Lagerung: Wo liegt was?

Eine saubere Dokumentation bringt nur dann etwas, wenn auch die Logistik und Lagerung gleichermassen durchdacht ist:

  1. Lagerort der Ballen: Welche Ballen müssen wo lagern, damit sie zum geplanten Zeitpunkt im Jahr (passend zur Weide oder zum Eingrasen) erreichbar sind?

  2. Silo-Management: In welches Silo kommt welcher Schnitt? Kann ich Mais obenauf füllen? Plane so, dass du genau dann beim Grassilage-Schnitt ankommst, wenn du ihn brauchst.

  3. Sandwich oder Schicht? Überlege vorab: Brauche ich eine Sandwichsilage im Fahrsilo für maximalen Vorschub oder fahre ich die Schnitte für maximale Konstanz bewusst übereinander?

  4. Selektion: Erreichen alle Schnitte die Qualität für die Melkenden oder muss ein Teil dauerhaft für das Jungvieh zugänglich sein?


Fazit

Eine saubere Erntedokumentation spart Zeit, Geld und Nerven. Sie erlaubt es dir, die Herde beim Parzellenwechsel genau zu beobachten und sofort die richtigen Schlüsse zu ziehen. Wer schreibt, der füttert besser!

Falls du Unterstützung bei der Dokumentation benötigst oder unsere Vorlage zur Dokumentation für Ballensilagen kostenlos zugesendet bekommen möchtest, dann melde dich hier.

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