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TBB-TIPP 04/26 Der optimale Schnittzeitpunkt für den ersten Schnitt

Der erste Schnitt im Grünland ist, nebst der Silomaisernte, der entscheidendste Faktor für die Futterqualität im gesamten nächsten Jahr. Es werden grosse Futtermengen geborgen, welche nebst dem Futtervorrat auch die Futteraufnahme, die Milchleistung und letztlich auch die Wirtschaftlichkeit des Betriebs beeinflussen.

Die Herausforderung: Der optimale Schnittzeitpunkt lässt sich visuell nur schwer bestimmen. Ziel ist es, den ersten Schnitt so zu legen, dass ein Rohfasergehalt von 22–25 % erreicht wird – der optimale Kompromiss zwischen Ertrag und Qualität.


Warum der richtige Schnittzeitpunkt entscheidend ist

Mit zunehmendem Alter des Pflanzenbestandes steigt der Rohfasergehalt kontinuierlich an, während Energie- und Proteingehalte abnehmen. Daraus ergibt sich ein relativ enges Zeitfenster für die optimale Nutzung.

Ein Rohfasergehalt von 22–25 % gilt als Zielbereich, da hier:

  • ausreichend Struktur für eine stabile Pansenfunktion vorhanden ist

  • gleichzeitig eine hohe Energiedichte erreicht wird

  • gute Erträge mit hoher Futterqualität kombiniert werden


Dieser Zielwert ist jedoch nicht pauschal, sondern muss betriebsspezifisch angepasst werden. Entscheidend sind:

  • Anteil Grassilage in der Ration

  • eingesetzte Kraftfutterkomponenten

  • Leistungsniveau der Tiere


Risiken eines zu frühen Schnitts

Ein zu früher Schnitt liefert zwar sehr energiereiches Futter, bringt aber wirtschaftliche Nachteile mit sich:

  • Geringerer Trockenmasseertrag pro Hektar

  • Höhere Verfahrenskosten pro kg TS

  • Steigende Grundfutterkosten


In der Praxis kann das dazu führen, dass die Kosten des Grundfutters gar auf das Niveau von Kraftfutterkomponenten steigen – ein klarer Nachteil für die Wirtschaftlichkeit.


Risiken eines zu späten Schnitts

Ein verspäteter Schnitt ist jedoch ebenso problematisch:

  • Sinkende Verdaulichkeit

  • Höherer Rohfasergehalt

  • Reduzierte Futteraufnahme

Diese Qualitätsverluste lassen sich nicht durch höhere Kraftfuttergaben kompensieren. Die Leistungseinbussen bleiben bestehen und führen oft zu einer ineffizienter Fütterung.


Der Schlüssel: Frischgrasanalyse

Da der optimale Zeitpunkt visuell schwer bestimmbar ist, empfiehlt sich die Nutzung einer Frischgrasanalyse.


👉 Damit lässt sich das enge Zeitfenster exakt treffen und das Risiko von Fehlentscheidungen deutlich reduzieren.


Anleitung Frischgrasanalyse

Fazit

Der optimale Zeitpunkt für den ersten Schnitt liegt im Zielbereich von 22–25 % Rohfaser – hier wird das beste Verhältnis zwischen Ertrag und Qualität erreicht.

  • Zu früh = hohe Kosten

  • Zu spät = schlechte Qualität

  • Nur der richtige Zeitpunkt = wirtschaftlicher Erfolg

Da dieser Zeitpunkt stark von betrieblichen und standortabhängigen Faktoren abhängt, ist die Frischgrasanalyse das wichtigste Werkzeug für fundierte Entscheidungen.

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