TBB-TIPP 04/26 Der optimale Schnittzeitpunkt für den ersten Schnitt
- Ramon Krummenacher

- 13. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Der erste Schnitt im Grünland ist, nebst der Silomaisernte, der entscheidendste Faktor für die Futterqualität im gesamten nächsten Jahr. Es werden grosse Futtermengen geborgen, welche nebst dem Futtervorrat auch die Futteraufnahme, die Milchleistung und letztlich auch die Wirtschaftlichkeit des Betriebs beeinflussen.
Die Herausforderung: Der optimale Schnittzeitpunkt lässt sich visuell nur schwer bestimmen. Ziel ist es, den ersten Schnitt so zu legen, dass ein Rohfasergehalt von 22–25 % erreicht wird – der optimale Kompromiss zwischen Ertrag und Qualität.
Warum der richtige Schnittzeitpunkt entscheidend ist
Mit zunehmendem Alter des Pflanzenbestandes steigt der Rohfasergehalt kontinuierlich an, während Energie- und Proteingehalte abnehmen. Daraus ergibt sich ein relativ enges Zeitfenster für die optimale Nutzung.
Ein Rohfasergehalt von 22–25 % gilt als Zielbereich, da hier:
ausreichend Struktur für eine stabile Pansenfunktion vorhanden ist
gleichzeitig eine hohe Energiedichte erreicht wird
gute Erträge mit hoher Futterqualität kombiniert werden
Dieser Zielwert ist jedoch nicht pauschal, sondern muss betriebsspezifisch angepasst werden. Entscheidend sind:
Anteil Grassilage in der Ration
eingesetzte Kraftfutterkomponenten
Leistungsniveau der Tiere
Risiken eines zu frühen Schnitts
Ein zu früher Schnitt liefert zwar sehr energiereiches Futter, bringt aber wirtschaftliche Nachteile mit sich:
Geringerer Trockenmasseertrag pro Hektar
Höhere Verfahrenskosten pro kg TS
Steigende Grundfutterkosten
In der Praxis kann das dazu führen, dass die Kosten des Grundfutters gar auf das Niveau von Kraftfutterkomponenten steigen – ein klarer Nachteil für die Wirtschaftlichkeit.
Risiken eines zu späten Schnitts
Ein verspäteter Schnitt ist jedoch ebenso problematisch:
Sinkende Verdaulichkeit
Höherer Rohfasergehalt
Reduzierte Futteraufnahme
Diese Qualitätsverluste lassen sich nicht durch höhere Kraftfuttergaben kompensieren. Die Leistungseinbussen bleiben bestehen und führen oft zu einer ineffizienter Fütterung.
Der Schlüssel: Frischgrasanalyse
Da der optimale Zeitpunkt visuell schwer bestimmbar ist, empfiehlt sich die Nutzung einer Frischgrasanalyse.
👉 Damit lässt sich das enge Zeitfenster exakt treffen und das Risiko von Fehlentscheidungen deutlich reduzieren.

Fazit
Der optimale Zeitpunkt für den ersten Schnitt liegt im Zielbereich von 22–25 % Rohfaser – hier wird das beste Verhältnis zwischen Ertrag und Qualität erreicht.
Zu früh = hohe Kosten
Zu spät = schlechte Qualität
Nur der richtige Zeitpunkt = wirtschaftlicher Erfolg
Da dieser Zeitpunkt stark von betrieblichen und standortabhängigen Faktoren abhängt, ist die Frischgrasanalyse das wichtigste Werkzeug für fundierte Entscheidungen.





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